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Logline & Elevator Pitch

  • Writer: Kristian Nystrøm
    Kristian Nystrøm
  • Jan 21
  • 4 min read

Willkommen zurück! Du hast deine Idee gefunden und weißt, worüber du schreiben willst. Der beste Moment, eine Logline zu erstellen, um anderen erklären zu können, worum es geht.


Am besten so, dass sie Lust darauf bekommen, dein Buch und deine Geschichte auch zu lesen. 


Ich denke, es ist auch ein Test für dich. Ist deine Idee wirklich so gut, wie du denkst?

Die Logline solltest du ganz am Anfang für dich erstellen. Der Elevator Pitch kommt erst später, wenn du dein Feinkonzept bereits erstellt hast, oder das Buch schon fertig ist. Trotzdem denke ich, macht es Sinn, bereits am Anfang über deinen Elevator Pitch nachzudenken, denn er gibt dir Struktur und schärft dein Auge, für das, was wichtig ist. 

Die Logline und der Elevator Pitch sind keine Zusammenfassungen. Sie sind Verführungen.


Hier ist der Unterschied und die Konstruktionsanleitung.


1. Die Logline: Der Haken (The Hook)


Die Logline ist das DNA-Molekül deiner Geschichte. Ein einziger Satz (maximal zwei), der den Kernkonflikt beschreibt. Sie steht auf dem Buchrücken ganz oben oder in der Fernsehzeitschrift.


Die Funktion: Sie soll beim Agenten oder Leser sofort die Frage „Wie geht das aus?“ provozieren.


Eine Faustformel für die Logline wäre so etwas wie:


Protagonist + Auslösender Vorfall + Ziel + Zentraler Konflikt/Gegenspieler + Einsatz (Stakes)


Wichtige Regeln:


  • Keine Namen: Niemand kennt „Gorgon Zax“. Schreib stattdessen: „Ein verbitterter Ex-Pilot“.

  • Aktive Verben: Kein „entscheidet sich zu“ oder „versucht“. Dein Held kämpft, jagt, flieht.

  • Ironie/Kontrast: Die besten Loglines verbinden Dinge, die nicht zusammengehören.


Beispiel (Science Fiction):

  • Versuch 1 (schlecht): Zwei Mädchen müssen gegen eine Super-KI kämpfen, um die Menschheit zu retten und den Klimakollaps abzuwenden.

  • Versuch 2 (gut): Getrennt durch die Zeit, aber vereint im Kampf die gottgleiche Macht einer Super-KI (Auslösender Vorfall) und ihres milliardenschweren Schöpfers (Gegenspieler) zu brechen (Ziel), müssen zwei Mädchen (Protagonist) die richtigen Entscheidungen treffen (Aktion), um die Menschheit vor dem endgültigen Klimakollaps und der Auslöschung durch die KI zu bewahren (Einsatz)


Ja, du hast es richtig geraten, das ist meine Logline. Wie findest du sie?


2. Der Elevator Pitch


Der Elevator Pitch ist das, was du sagst, wenn du mit Steven Spielberg im Aufzug stehst. Du hast 30 bis 60 Sekunden (ca. 3 bis 5 Sätze).


Die Funktion: Er liefert Kontext, Atmosphäre und Emotion. Während die Logline den Konflikt verkauft, verkauft der Pitch das Erlebnis.


Die Struktur:

  1. Der Hook (Die Logline): Starte mit dem Konflikt.

  2. Der Kontext (Worldbuilding): Wo sind wir? Was ist das Besondere an der Welt?

  3. Die Eskalation: Was macht es schlimmer?

  4. Der Clou/Themen: Worum geht es wirklich?


Beispiel (dasselbe Szenario wie oben):


„Stell dir eine Superkonvergenz vor, die in naher Zukunft erreicht wird: Eine Super-KI wird geboren und alle Hoffnung liegt auf ihr, das kollabierende Klima zu stabilisieren. (Hook/Vergleich)


Wir folgen Mathilde, in dieser nahen Zukunft, wie sie versucht, die Super-KI, die aus dem Ruder läuft, zu besiegen. Gleichzeitig muss Rina, 300 Jahre in der Zukunft in der Eiswüste Europas, um ihr Überleben kämpfen und schwerwiegende Entscheidungen fällen. Aber es ist noch nicht alles verloren, ein Band durch Raum und Zeit zwischen den beiden könnte die Rettung sein – oder den Untergang besiegeln. (Eskalation)


Es ist eine Geschichte über die Weggabelung, an der die Menschheit steht, und die großen Fragen, die jeder einzelne von uns beantworten muss: Wird die Technologie uns und unser Schicksal bestimmen, oder werden wir über uns hinauswachsen und es selbst sein? (Atmosphäre & Thema)“


Ich hoffe, mein Elevator Pitch hat dein Interesse geweckt? Falls nicht, was könnte ich ändern? 


3. Der Unterschied zwischen Logline und Elevator Pitch auf einen Blick

Merkmal

Logline

Elevator Pitch

Länge

1 Satz (ca. 25-35 Wörter)

30-60 Sekunden (3-6 Sätze)

Ziel

Schnelles Interesse wecken, Kernkonflikt klären.

Konversation starten, Atmosphäre vermitteln.

Nutzung

Query Letter (Betreffzeile), Datenbanken, "Was schreibst du so?" (Kurz)

Party-Gespräch, Agenten-Meeting, Grundlage für den Klappentext / Rückseite des Buches.

Inhalt

Nur Fakten: Wer, Was, Warum, Hindernis.

Fakten + Gefühl + Stil + Einzigartigkeit (USP).


4. Die Schritt-für-Schritt-Entwicklung der Logline 


Wenn du vor einem leeren Blatt sitzt, gehe diese Fragen durch.


Schritt A: Destilliere den Protagonisten

Vergiss den Namen. Wer ist er?

  • Ein depressiver Cop.

  • Eine naive KI.

  • Ein pazifistischer General.Benutze ein Adjektiv, das den Charakter interessant für den Konflikt macht (Ironie!). Ein "mutiger Krieger", der in den Krieg zieht, ist langweilig. Ein "feiger Krieger" ist spannend.


Schritt B: Identifiziere den Antagonisten (oder die antagonistische Kraft)

Ist es ein Bösewicht? Ein Monster? Die Zeit? Ein schwarzes Loch?

Es muss mächtig und überwältigend wirken.


Schritt C: Bestimme das Ziel und den Einsatz (Stakes)

Was will der Held? Und was passiert, wenn er versagt?

  • Ziel: Den Todesstern zerstören.

  • Einsatz: Die Rebellion stirbt (und er auch).

  • Wichtig: "Um die Welt zu retten" ist oft zu vage. "Um seine Tochter zu retten" ist emotionaler.


Schritt D: Baue den Satz (Logline)

Nimm die Bausteine aus A, B und C und verbinde sie.

  • Vorlage: Als [A] von [Auslöser] getroffen wird, muss er [Ziel verfolgen], bevor [B] dafür sorgt, dass [Einsatz verloren geht].


Schritt E: Erweitere zum Pitch

Nimm die Logline. Füge einen Satz zur Welt hinzu (besonders bei Sci-Fi/Space Opera wichtig!). Füge einen Satz zur Stimmung hinzu (düster, lustig, actionreich).


5. Worauf du bei der Logline achten musst (Die häufigsten Fehler)


  1. Vage bleiben: „Er lernt viel über sich selbst.“ -> Langweilig.

    • Besser: „Er muss seinen moralischen Kodex verraten, um zu überleben.“


  2. Zu viele Namen/Begriffe: „Zorg von Planet Xylophon muss das Krystal-Schwert finden.“ -> Verwirrend.

    • Besser: „Ein verstoßener Prinz muss eine antike Waffe finden.“


  3. Kein Einsatz: „Ein Mann reist durchs All.“ -> Na und?

    • Besser: „Ein Mann reist durchs All, um das einzige Heilmittel für eine sterbende Erde zu finden.“


  4. Fragen stellen: Beende eine Logline niemals mit einer Frage („Wird er es schaffen?“). Das ist billiges Marketing. Sag uns, was auf dem Spiel steht, nicht, dass wir das Buch kaufen sollen, um die Antwort zu erfahren.


Mein Rat:

Schreib deine Logline bevor du das Buch schreibst. Sie ist dein Kompass. Wenn du im Mittelteil steckst (dem „Sumpf“ des zweiten Aktes) und nicht weiterweißt, schau auf die Logline. Dient diese Szene dem Kernkonflikt? Nein? Raus damit.


Jetzt bist du dran. Verkaufe mir deine Idee in einem Satz.

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